
24. September 2011 | Mirko Heuer
CDU will vorhandene Kunst im öffentlichen Raum erhalten
Zweifel an kalkulierten Kosten für die Umsetzung des "Obelisken"
Bereits Ende 2010 geriet der "Obelisk", ein Kunstwerk des Künstlers Michael Deiml, in den Fokus der Aufmerksamkeit. In einem Schreiben teilte die Stadtverwaltung im Dezember letzten Jahres dem Künstler mit, dass die Stadt beabsichtige, den Obelisken, wegen des im Frühjahr beginnenden Anbaus an das Schulzentrum, dauerhaft zu entfernen. Schon damals hat die CDU-Fraktion Einspruch gegen das Vorgehen des Kulturamtes eingelegt (das Langenhagener Echo berichtete). Mit Erfolg, den kurze Zeit später, Ende Januar 2011, wurde erneut über den "Obelisken" berichtet, diesmal wollte sich die Stadtverwaltung über einen neuen Standort außerhalb des Schulgeländes Gedanken machen. "Leider wurde es danach relativ still um den Obelisken. Und plötzlich standen dann abschreckende Zahlen im Raum. Fast 15.000,- € sollte die Umsetzung des "Obelisken" kosten", erläutert der CDU-Fraktionsvorsitzende Mirko Heuer die aktuelle Situation. Die CDU ließ sich darauf hin die Kalkulation der Verwaltung geben, die dem Künstler vorwarf, zu hohe Auflagen für die Verlegung des Kunstobjektes festzusetzen. "Ich habe das Gefühl, dass die Kosten für die Umsetzung künstlich hochgerechnet wurden, um das Ansinnen, den Obelisken zu erhalten, von vorn herein scheitern zu lassen", folgert Heuer aus den Daten der Verwaltung. Heuer nahm darauf hin selbst Kontakt zu dem Künstler auf, um die Kosten noch einmal zu besprechen. Der kleinste Teil der Kosten (rund 3000,- €) wird dabei für den Künstler fällig, der Rest sind Verwaltungskosten ( für Statik, Genehmigung und Vermessung), sowie Abbau-, Aufbau- und Transportkosten. Die CDU beantragt nun den Erhalt des Kunstwerks und fordert die Verwaltung auf, Sponsoren für einen Großteil der Arbeiten zu suchen. "Durch die Hilfe von Ehrenamtlichen wird der Abbau und die Einlagerung günstiger als der Abriss und die Entsorgung", ist sich Heuer sicher und zudem lägen schon entsprechende Angebote vor.
Den Wiederaufbau an geeigneter Stelle sieht die CDU-Fraktion für das nächste Jahr im Rahmen der 700-Jahr Feierlichkeiten vor, der Künstler hat hierfür bereits entsprechende Plätze akzeptiert. Dabei soll die Aktion wiederum von Schülern begleitet werden, um die kaputten Flaschen mit neuen Flaschen-Botschaften zum 700-jährigen Geburtstag Langenhagens zu ersetzen. Im Gegensatz zu den Ausführungen der Verwaltung lehne Herr Deiml die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, wie der Galerie Depelmann, nicht ab. "Auch die Auflagen des Künstlers bezüglich Verpackung und Wiederaufbau, wie sie die Verwaltung dargestellt hat, entpuppten sich im Gespräch mit Herrn Deiml lediglich als Hinweise, um den Wiederaufbau einfacher zu gestalten", stellt Heuer fest. Natürlich mache es Sinn, die mit Botschaften gefüllten Flaschen gesondert von den leeren Flaschen zu verpacken und nach Farben zu sortieren. Logisch sei auch, dass defekte Flaschen ersetzt und dreckige Flaschen gewaschen werden sollen. Heuer fordert in dem jetzt eingebrachten Antrag noch einmal deutlich den Erhalt des Kunstwerks: "Es gibt viele Kunstwerke im öffentlichem Raum, an denen man achtlos vorbei geht. Der "Obelisk" ist in der Öffentlichkeit dagegen sehr präsent und hat inzwischen schon seinen Platz in MyHeimat und unter Wikipedia gefunden. Der einstmals geringe Einstandspreis von 9000,-- DM wird jetzt heran gezogen, um die mit 14.678,65 Euro unterstellten Kosten für die Verlegung als "im Verhältnis viel zu teuer" darzustellen. Kunst im öffentlichen Raum kann aber nicht am rein monetären Wert des Objektes gemessen werden. Dieses Objekt ist zudem nicht einfach nur ein Stück Kunst, das angekauft wurde, sondern ist im Rahmen einer sehr intensiven Aktion unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit vor Ort "entstanden". Somit handelt es sich auch um ein Stück Geschichte dieser Stadt, das nicht einfach so "entsorgt" werden darf".
Erhalt des Obelisken - Einlagerung / Wiederaufbau
Antrag_Erhalt-Obelisk_2011-09-22.pdf
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Versetzen, Einlagern, Abriss
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PM_2011-09-24_Erhalt-Obelisk.pdf
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NHZ_2011-10-06_Erhalt-Obelisk.pdf
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