CDU Fraktion im Rat der Stadt Langenhagen

Ihr Motor für Langenhagen, eine Stadt in Bewegung

21.01.2010 | Mirko Heuer

Kein Einsatz von Elektroautos "nur mal so"
CDU verlangt Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und fordert Konzept

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Irritiert zeigt sich die CDU-Fraktion über den Vorstoß von SPD und Grünen, dass die Verwaltung in Zukunft Elektrofahrzeuge einsetzen soll. Kritisch sieht die CDU dabei nicht den Wunsch sich an der Elektroinitiative zu beteiligen, sondern die Tatsache, dass dies konzeptlos geschehen soll. Der von SPD und Grünen eingereichte Antrag steht unter dem Motto: „Beitrag der Stadt Langehagen zur CO2-Reduktion". Eine CO2 Reduktion erfolge aber allein durch die Anschaffung eines oder mehrerer Elektrofahrzeuges gerade nicht, so der CDU-Fraktionsforsitzende Mirko Heuer "Die Fahrzeuge sind tagsüber unterwegs und nachts müssen sie an die Steckdose. Der Strom wiederum wird immer noch überwiegend in konventionellen Kraftwerken erzeugt. Die Energie, die zum Beispiel in Kohle steckt, wird aber nur zu rund 30% in Strom umgesetzt, zusätzliche Verluste ergeben sich durch den Transport des Stroms und die Ladung der Batterien. Die werden nicht umsonst bei einem Ladevorgang warm, da wird Strom in Wärme umgesetzt. Das Gleiche passiert beim Entladen. Damit produziert ein Elektroauto so viel CO2, wie ein moderner Verbrennungsmotor" begründet Heuer die Bedenken der Fraktion. Überhaupt sei die Batterietechnik das größte Problem. Aktuelle Blei-Gel Batterien sind laut Heuer sehr schwer, was die Zuladung reduziert, müssen lange geladen werden, wodurch das Fahrzeug zu Zwangsstopps gezwungen wird und haben eine zu kleine Kapazität, weswegen die Reichweite stark begrenzt ist. Modernere Lithium-Ionen Akkus sind zwar leichter, aber auch deutlich teurer und zudem nicht ganz ungefährlich. "Geworben wird damit, dass die Wartungskosten von Elektrofahrzeuge deutlich geringer wären, da ja kein Ölwechsel fällig wird und Verschleißteile wie Abgasanlage fehlen würden. Dabei wird jedoch gern unterschlagen, dass alle 2-3 Jahre ein neuer Akkusatz für rund 3000,-- € fällig wird. Neben erheblichen Zusatzkosten wird so auch viel Sondermüll produziert, der die Öko-Bilanz von Elektrofahrzeugen alt aussehen lässt." Der CDU-Fraktion fehlt bei der Forderung nach dem Einsatz von Elektrofahrzeugen das Konzept. "Nur weil Elektroautos gerade "in" sind, müssen wir noch lange nicht auf den Zug aufspringen, schon erst recht nicht bei der aktuellen Haushaltssituation. Wenn wir wirklich CO2 Ausstoß reduzieren wollen, dann brauchen wir ein übergreifendes Konzept" fordert Heuer. Sein Denkanstoß: Ein Elektrofahrzeug, mit austauschbaren Akkus, die tagsüber über eine Solaranlage geladen werden. Dabei könnte auch über eine Art "Leihakku-Programm" nachgedacht werden, bei denen man nur den Energieverbrauch bezahlt, wie es bei Gasflaschen heute schon üblich ist. Die Kosten des Akkus würden dann auf die "Betankung" umgelegt. Damit wäre das Nachladen genauso einfach und schnell wie heute das Tanken. Und auch das Reichweitenproblem wäre hiermit gelöst, denn der EcoCarrier hat eine Reichweite von nur 80-100km, die im Winter mit Heizung und Licht natürlich noch weiter reduziert wird. Für solche Ideen müssten natürlich Tankstellen,  Batterie- und Fahrzeughersteller zusammenarbeiten. "Mit Johnson Control, ehemals Varta, haben wir ja einen fachkundigen Hersteller gleich um die Ecke. Und der EcoCarrier wird auch nebenan gefertigt. Vielleicht setzt sich unsere Wirtschaftsförderung mal mit allen Beteiligten an einen Tisch? Wenn über solche oder ähnliche Ideen nachgedacht werden sollte, dann ist auch die CDU-Fraktion wieder dabei. Eine Anschaffung eines Elektroautos "nur mal so" lehnen wir aber ab. " schließt Heuer.