CDU Fraktion im Rat der Stadt Langenhagen

Ihr Motor für Langenhagen, eine Stadt in Bewegung

11.06.2007 | Mirko Heuer

CDU für Lärmschutzmassnahmen, aber Tempolimit unsinnig!

Rede im Rat zur Resolution zum Tempolimit auf der A2

 

Sehr geehrte Damen und Herren, Herr Ratsvorsitzender, Herr Bürgermeister,

 

Die CDU Langenhagen unterstützt den gemeinsamen Antrag der SPD und der Grünen ... jedoch ausschließlich im Bezug auf den für Langenhagen wichtigen Punkt Lärmschutz.

 

Gegen Lärm hilft ein Tempolimit jedoch kaum.

 

Allgemein gilt nämlich, dass der Lkw-Anteil am Verkehr die Höhe des Lärmpegels bestimmt denn zehn Lkw erzeugen so viel Lärm wie 100 Pkw.
Und die LKWs werden durch das geforderte Tempolimit nicht eingebremst.


Bringt denn ein Tempolimit mehr Verkehrssicherheit?

 

Herr Klosa als Initiator dieser Resolution sollte doch die Polizeistatistiken kennen:

 

  • Fast zwei Drittel, nämlich 63 Prozent, verunglückten auf Gemeindestraßen. (2004)
  • 31 Prozent der Unfälle geschahen auf Landstraßen.
  • bleiben 12% der Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang für die Autobahnen - allerdings übernehmen diese auch 25 % der Verkehrsleistung

Das bedeutet, dass nur 4 % aller Unfälle bei Geschwindigkeiten über 100 km/h geschehen!!

 

Das größere Problem ist hier häufig nicht die überschrittene Geschwindigkeit, sondern die nicht angepasste Geschwindigkeit z.B. bei Nebel oder Regen.

 

Hier helfen auch keine Tempo 120 Schilder am Fahrbahnrand!

 

An Unfallschwerpunkten wird bereits heute die Geschwindigkeit entsprechend beschränkt. Eine pauschale Geschwindigkeitsbeschränkung dagegen wird den unterschiedlichen Gefahrenlagen und dem Ausbaustand der einzelnen Autobahn- Abschnitte nicht gerecht.


Bleibt der Umweltschutzgedanke ...

 

Um die CO2-Emissionen zu senken, ist ein generelles Tempolimit leider auch nur bedingt effektiv:
Durch ein generelles Tempolimit entlang der A2 wird sich der Verkehr in Teilen von den Autobahnen auf die Landstraßen verlagern, womit gleichzeitig Benzinverbrauch und CO2-Emissionen steigen.

Es gibt unterschiedliche Studien über die tatsächliche Krafstoffersparnis oder die Reduktion der Treibhausgase.
Die einen sprechen weniger Immissionen von ca. 0,08 % es gibt andere in denen stehen Werte von 10 oder sogar 30%. Belegt ist keine dieser Studien, Tatsache ist jedoch, dass wir deutlich mehr Effekte durch die Entwicklung kraftstoffsparender Fahrzeuge erwarten dürfen, als durch ein generelles Tempolimit.

 

Zudem gibt es im Langenhagener Bereich der A2 (und nicht nur hier) bereits eine flexible und zielgerichtete Verkehrsbeeinflussungsanlage, die mehr Akzeptanz und damit auch mehr Sicherheit als starre Regelungen schafft.
Die freie Fahrt mit Spitzengeschwindigkeit ist hier schon lange passé.

Wahrscheinlich auch aus diesem Grund haben eben genau unser Polizeipräsident Klosa von dem diese Resolution stammt und Verkehrsminister Hirche bereits einen Maßnahmenkatalog vorgestellt, mit dem die stark gestiegene Zahl von Unfällen auf dem Autobahnabschnitt zwischen Hannover und der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen gesenkt werden soll.
Künftig werden alle Abschnitte der A 2 westlich von Hannover von verkehrslenkenden Maßnahmen erfasst. Dies galt bisher nur für die Fahrtrichtung Berlin.

 

Daher wird die CDU-Ratsfraktion - wie bereits im Verkehrsausschuss eingebracht - den Lärmschutz-Teil der Resolution unterstützen.

Wir ergänzen daher den Antrag um einen 2. Teil, in der wir die Niedersächsische Landesregierung auffordern, „Maßnahmen zur Verbesserung des Lärmschutzes durch z.B. Flüsterasphalt oder die Ergänzung des aktiven Lärmschutzes im Langenhagener Bereich der A2 zu prüfen" und bitten um gesonderte Abstimmung der beiden Punkte.