05.02.2010 | Mirko Heuer
Ehrenamtliche Einmischung nicht erwünscht?
SPD lehnt CDU-Vorschlag für den Einsatz von Spielplatzpaten ab
Hier wirbt Offenbach aktiv um PatenIm Sommer letzten Jahres hat die CDU-Fraktion einen Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger Langenhagens gerichtet, sich als Spielplatzpaten zur Verfügung zu stellen. Daraufhin hatten sich fünfzehn Interessenten quer durch Langenhagen gemeldet, die sich ehrenamtlich für ihren Spielplatz stark machen wollten. Grund genug für die CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag zur Förderung und Unterstützung der Paten zu stellen. Dieser wurde jetzt durch die SPD abgelehnt. Bürgermeister Friedhelm Fischer enthielt sich seiner Stimme. Man habe sich dabei unter anderem an einer möglichen „Vergütung" hochgezogen, wundert sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Mirko Heuer und stellt deshalb noch einmal klar, dass es bei der geforderten Förderung und Unterstützung nicht um eine finanzielle Zuwendung, sondern um eine enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung gehe: „Wenn ein ehrenamtlicher Pate anruft, muss er ernst genommen werden. Gemeldete Mängel müssen wirklich zeitnah abgestellt und Anregungen und Ideen müssen angehört werden. Passiert das nicht, führt dies schnell zur Resignation. Der Gedanke „da brauch ich nicht anzurufen, da passiert eh nichts" darf gar nicht erst aufkommen. Deshalb muss es eine feste Anlaufstelle geben, die ebenso wie der Pate am Erhalt und an der Entwicklung der Spielplätze gelegen ist" fordert Heuer. Die Verwaltung hält hingegen, in einer schriftlichen Stellungnahme, das vorhandene „Beschwerdemanagement" mit den gelben Mängelkarten und per Email für ausreichend, wobei sie selbst das Wort Beschwerdemanagement in Anführungszeichen setzt. Dabei gesteht sie aber gleichermaßen zu, dass eine Beantwortung regelmäßiger, standardisierter Meldungen eines möglichen (Spielplatz-)Paten nicht erfolgen würde. Weiterhin scheut die Verwaltung auch den notwendigen Abgleich der eigenen Begehungsergebnisse mit den Meldungen der Spielplatzpaten. Heuer hat bei diesen Ausführungen eher dass Gefühl, dass einfach keine Einmischung von engagierten Bürgerinnen und Bürgern gewünscht ist. „Im Rahmen unserer Arbeiten zum Spielplatzführer haben wir viele Gespräche mit den Besuchern geführt und eine Menge Frustration über die Bearbeitung und den Umgang mit Mängelmeldungen erfahren. Von einem echten Beschwerdemanagement in unserer Stadt kann nach diesen Aussagen gar keine Rede sein" stellt Heuer fest und gerade deswegen versteht er die Ablehnung der Ehrenamtlichen Unterstützung nicht. „Die Aktion kostet die Stadt nichts, außer ein wenig guten Willen. Die Spielplatzpaten stehen in den Startlöchern, um Ihren Spielplatz zu umsorgen und werden nun abgewiesen. Schade, dass weder der Bürgermeister, noch die SPD, die diese Aktionen in anderen Kommunen sogar selbst anschiebt, die Chance nutzen wollen, wenigstens einen Versuch zu unternehmen" wundert sich Heuer, dessen Plädoyer, doch wenigstens für einen einjährigen Testzeitraum zu starten, auf taube Ohren stieß. Heuer bedankt sich ganz herzlich bei allen, die sich für die Aktion begeistert haben und wünscht sich, dass diese auch ohne Patenschaft weiterhin ein Auge auf ihre Spielplätze haben.
Ein paar Beispiele für erfolgreiche Spielplatzpatenschaften:
In Worms-Leiselheim veranstaltet die SPD sogar ein Fest für Spielplatzpaten!
In Langenhagen sieht die SPD keinen Bedarf an Spielplatzpaten.
In Horchheim übernimmt die SPD sogar selbst eine Spielplatzpatenschaft. In Langenhagen will sie Spielplatzpaten noch nicht mal zulassen.
In Mainz freut sich Sozialdezernent Michael Ebling (SPD) zusammen mit Gründezernent Wolfgang Reichel (CDU) über die Immense Unterstützung von Ehrenamtlichen im Bereich der Spielplatzpaten. Beide Fraktionen haben selbst die Patenschaften für einige Spielplätze übernommen.
In Ratingen möchten die dortige SPD von ihrem Bürgermeister gerne wissen, wann die Verwaltung beabsichtigt, aktiv Spielplatzpaten zu suchen.
Die SPD in Meppen meint: "Ein geeignetes Mittel, Zustand und Sicherheit der Spielplätze zu verbessern ist möglicherweise die Benennung von ehrenamtlichen „Spielplatzpaten". Die SPD- Ratsfraktion wird ... einen entsprechenden Antrag an die Stadt Meppen richten.
Augsburg sieht in Spielplatzpaten noch viel mehr. Hier stehen Sie unter dem Motto "Prävention und Intervention - Konflikte im öffentlichen Raum"
Recht ausführlich beschreibt die Verwaltung in diesem Dokument, warum man eigentlich keine Spielplatzpaten bräuchte. Gespräche mit "Spielplatzbenutzern" ergaben allerdings ein anderes Bild. Warum die Verwaltung allerdings auf das Thema der finanziellen Unterstützung eingeht ist unklar, da diese gar nicht Bestandteil eines Antrags war.
Info_2010-01-25_Spielplatzpaten-Spielpla[...].pdf
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In der Stadt Alzenau wurden am 13.09.2006 die Aktion Spielplatzpaten aus der Taufe gehoben und entsprechende Verträge geschlossen. In diesem Erfahrungsbericht findet sich neben einem Tätigkeitsprotokoll auch eine Bewertung der Spielplatzpaten wieder, die - mit großer Mehrheit - positiv ausfällt. Hier erfolgt allerdings auch eine ordentliche Unterstützung der Paten durch die Stadt.
Alz-SPPP-Erfahrungsbericht_20071010.pdf
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